Facebook gibt Live-Videos für verifizierte Seiten frei: 4 Tipps für Journalisten

Martin Heller live im Newsroom von "Welt" und N24

Facebook hat soeben Live-Video für alle verifizierten User und Seiten freigeschaltet. Das heißt: Jeder mit verifiziertem Profil oder verifizierter Seite kann demnach mit iOS-Geräten – aber unabhängig von der App Facebook Mentions – live streamen. Im August bereits wurde Live für „Personen des öffentlichen Lebens“ eingeführt, die Mentions nutzen. Mein Team und ich hatten die Möglichkeit, mit Facebook Mentions seit einigen Wochen mehrfach live zu streamen und Erfahrungen zu sammeln. Was gibt es für Journalisten bei Live also zu beachten? Das Wichtigste in Kürze. Mit Video.

  • Sharing: Anders als bei Periscope gibt es keine Push-Mitteilung oder automatische Tweets im Live-Medium Twitter, das für Breaking News besonders geeignet ist. Wer von einer Facebook-Seite streamt, die noch nicht so viele Fans hat, sollte auf Netzwerk-Effekte setzen. Welcher Account kann das Live-Video teilen? Vielleicht kann man sich unter Kollegen oder in der Medien-/Sendergruppe gegenseitig pushen.
  • Geduld: Ganz am Anfang sind nur wenige User live im Stream, da die sich ja erst zuschalten müssen. Je mehr User oder Pages das Video teilen, desto stärker wächst fortan die Zuschauerzahl. Heißt für den Broadcaster: etwas Anlaufzeit einplanen, nicht gerade mit der wichtisgten Info beginnen – oder diese eben später wiederholen.
  • Interaktion: Broadcaster sehen – genau wie bei Periscope – die Kommentare der User auf dem Smartphone-Screen in Echtzeit. Es muss also nicht unbedingt nur um Einbahnstraßenjournalismus gehen, vielleicht ist das Abfilmen von Pressekonferenzen oder Podien auf Kongressen nicht unbedigt das beste Einsatz-Szenario. Das Dialogische ist spannend, die Kommentarfunktion: User können Reporter fragen und Reporter können auch Fragen an die User richten, die diese über die Facebook-Kommentarfunktion beantworten. Auch Interviews beispielsweise können so um Fragen oder Anmerkungen aus der Community live ergänzt werden. Die User ernst nehmen statt nur etwas vorsetzen – ohnehin eine gute Sache für Journalisten.
  • Standards: Auch wer eben schnell mit dem „Studio in der Hosentasche“ live geht und mit den Usern sehr persönlich interagiert: die journalistischen Standards sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind natürlich genauso relevant wie bei anderen Formen.

Die ARD hat mich zum Thema Livestreaming, insbesondere bei Facebook, via App Facebook Mentions interviewt:

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