Instagram Video – besser als Vine?

Mit einer Videofunktion für den Foto-Dienst Instagram will Facebook in den Wachstumsbereichen Social Media und Webvideo punkten. Kann Instagram Video dem populären Video-Dienst Vine von Twitter gefährlich werden? Erste Einschätzung der Webvideo-Blogger Martin Heller und Sandra Sperber.

Den Startvorteil hatte Twitter, die Pole Position mit Vine im Rennen der Social-Media-Giganten um den interessanten Markt der Videoschnipsel-Mikroblogs. Jetzt zieht Facebook mit Instagram nach. Eine billige Kopie oder mehr?

Uns hat in einem ersten Test einiges gefallen, gerade im Vergleich zu Vine. Warum?

15 Sekunden statt sechs Sekunden. O-Ton-Länge! Für einen kurzen Videogruß ist Instagram Video geeignet. Mit Vine sind wir im journalistischen Einsatz in der Regel gescheitert.

Bei Instagram-Video fühlt man sich fast wie ein Kurzfilm-Regisseur – das kann ja richtig kreativ werden! Dann merken wir aber beide bei unseren ersten Tests – ohne uns abzusprechen, dass uns gar nicht mehr so viel einfällt auf die Schnelle. Beide hören wir lieber früher auf, kein Problem. Insgesamt aber ein Plus für Instagram-Video: Man muss den Record-Knopf nicht gleich hektisch wieder loslassen wie beim Vorreiter Vine, um noch Raum für eine weitere Einstellung zu haben.

Knallfarben und Retro-Effekt jetzt auch im Video. Hmm, brauchen wir Filter? Im journalistischen Einsatz sicherlich nicht. All die überdrehten Bilder in unseren Facebook-Timelines – fast fangen sie schon an zu nerven.

Allerdings. Bei Sandras zweitem spontanen Testvideo – die Flora und Fauna im sommerlichen Washington –  sieht der kontrastverstärkende Filter immerhin ganz nett aus. Definitiv ein Upgrade zu Vine – aber kein Muss.

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#instavideo #test "summer on the roof top@

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Schnell und einfach – wie Vine. Im abendlichen Berlin regnet es, ein Gewitter zieht über die Stadt, kein Wetter für ein schönes Testvideo – es muss schnell gehen. Die App ist vom Foto-Einsatz bekannt; intuitiv erschließt sich die Videofunktion. Ein deutlich sichtbarer roter Button für die Aufnahmefunktion, groß genug. Bei Vine nervt zuweilen, das der ganze Screen auch auf versehentliche Berührungen reagiert und die App dann ein Bild aufnimmt.

Fokussieren und Belichten per Fingertip. Das macht richtig Spaß. Die Schärfe ist kein Zufallsprodukt. Aber wenns ganz schnell gehen muss, wie beim singenden Vogel im Testvideo, versagt entweder der Autofokus oder der Finger der Bedienerin.

Kombi-App: Foto und Video! Instagram, Snapseed oder die Standard-Foto-App zum Fotografieren öffnen. Filmic Pro, iMovie oder die Standard-Video-App zum Filmen öffnen. Hat schon genervt, wenn es schnell gehen soll. Nicht selten möchte man einen Moment im Foto UND im Video festhalten. Instagram punktet mit dem schnellen Umschalten.

Insgesamt ein klares Plus für Instagram. Facebook die inzwischen erwachsene Foto-App um eine wichtige Funktion erweitert. Vine dagegen kam als Baby auf die Welt, mit Geburtswehen und der Herausforderung eine neue Marke einzuführen, ihr Leben, Coolness einzuhauchen.

Instagram aber hat weltweite Bekanntheit und Millionen Fans, die den Dienst bereits für Fotos nutzen. Neben der Frage, wie die Integration in die Social-Media-„Mutterschiffe“ Facebook und Twitter funktioniert, vor allem spannend: Welchem Dienst gelingt es eine starke eigene Community für Videocontent aufzubauen und nicht nur App zum Filmen und Bearbeiten zu bleiben?

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