Großes Kino mit kleiner Ausrüstung

Tips zum Filmen mit einer Spiegelreflexkamera. Stativ, Ton, Licht – was gehört dabei in die Kameratasche eines VJ? Mein Zubehör im Überblick.

SchulterstativSAN

Must-have Schulterstativ: taugt auch zum freihändigen Fotografieren eines Selbstporträts…

Herausforderung Nr. 1: Der Ton

Zur Audioaufzeichnung sind die meisten Spiegelreflexkameras einfach nicht sonderlich gut geeignet: kein ordentlicher Audio-Eingang, keine Kopfhörerbuchse, kein Pegel auf dem Display. Egal welche Marke und welches Modell – die Tonaufnahme ist schwierig bei der DSLR.

Ich drehe mit der Canon 60D (hier mehr dazu), meine Ton-Lösung lässt sich aber auch auf andere Kameras übertragen.

  • Funkstrecke

Funkstrecke von SennheiserFast alle O-Töne nehme ich mit dem Ansteck-Mikro auf. Wer als VJ alleine unterwegs ist, wird kaum eine bessere Möglichkeit für gute Tonqualität finden.

Den Empfänger schließe ich direkt an die Spiegelreflexkamera an. So ist man aber beim Drehen meist auf einen Protagonisten beschränkt, da es nur einen Audioeingang gibt.

  • Tonkontrolle

Weil meine 60D normalerweise während der Aufnahme keine Audiopegel anzeigt, habe ich die Freeware Magic Lantern installiert. Sie „knackt“ die Firmware von Canon und bietet neben vielen anderen praktischen Funktionen (Peaking, Zeitraffer,…) auch Tonpegel während der Aufnahme. Außerdem kann man damit die Funkstrecke auf eine Spur und das Kamera-Mikro auf die andere Spur legen und getrennt pegeln (im Kameramenü).

KabelWer sich nicht auf die visuelle Kontrolle verlassen will, sollte sich ein spezielles Kopfhörerkabel für seine DSLR zulegen. Ein Ende steckt im USB-Ausgang der Kamera, in das andere Ende lässt sich ein Kopfhörer einstöpseln. Sehr empfehlenswert.

  •  Tonrekorder

Rekorder Zoom H1

Zugegeben, ideal ist dieses Ding nicht. Aber es ist ein Kompromiss, zwischen Größe, Geldbeutel und Qualität.

Für den Fall, dass andere Leute mit meinem Protagonisten ins Gespräch kommen oder ich gute Atmo aufzeichnen will, schalte ich den kleinen Rekorder mit seinem eingebauten Mikrofon (und dem selbstgenähten Windschutz) ein. Die Tonqualität ist definitiv besser als die des internen Mikros der Kamera. Allerdings muss man hinterher die Tondateien des Rekorders mit den Daten aus der Kamera synchronisieren. Man kann natürlich auch ein Handmikro an den Rekorder anschließen – falls ein „Tonangler“ da ist.

Mein Modell (Zoom H1) ist billig (ca. 100 Euro), klein genug (siehe Aufbau weiter unten) aber auch sehr klapprig (siehe Foto: Tape-Reparatur).
Update: Inzwischen habe ich ein besseres Mikrofon mit eingebautem Rekorder.

Ein Muss: das Stativ

Da ich bei meiner Spiegelreflexkamera – im Gegensatz zu normalen Videokameras – mit Objektiven ohne Bildstabilisator drehe, sind Aufnahmen aus der Hand eine Zitterpartie. Ich nutze also ein Schulterstativ, neben meinem „normalen“ Stativ, dem ziemlich leichten und guten Sachtler Ace M.

Da ich als VJ meinem Protagonisten während des Drehens Fragen stelle, muss ich ihn gut sehen können und darf nicht hinter einem riesigen Aufbau verschwinden oder wie ein Kamera-Roboter aussehen.

SchulterstativEine absolut simple Lösung ist ein Modell namens Cowboy Studio. Cooler Name, cooler Preis: ca. 30 Euro. Damit schlägt es in Kosten, Gewicht, Größe, Praktikabilität seine viel teureren Mitbewerber um Längen. Ich kombiniere es mit einer Manfrotto Quick-Release-Stativplatte und bin voll zufrieden.

 

Zubehör-Artistik: der Aufbau

Kameraaufbau von hintenEine kleine Schiene macht’s möglich: Funkstrecke, Tonrekorder und Kopflicht nebeneinander auf der Spiegelreflexkamera. Es ist alles ziemlich knapp: der Rekorder muss dafür besonders schmal sein und das schwere Kopflicht macht es instabil.

Deshalb versuche ich, soweit wie möglich abzuspecken und nur mit dem Nötigsten (nämlich der Funkstrecke) zu drehen. Aus der DSLR wird eben trotz allem keine „richtige Fernsehkamera“, aber mit diesem Aufbau komme ich der Arbeitsweise schon recht nahe. Spannende Bilder und knackige Farben belohnen mich für den Mehraufwand gegenüber meiner Videokamera.

 

35 thoughts on “Großes Kino mit kleiner Ausrüstung

  1. Hallo,

    wirklich ein spitzenmäßiger Blogpost. Sehr informatif. Ich hätte nur eine Frage: kannst du noch einmal auf das Schulterstativ eigehen? Der gesetzte Link (zum Cowboy) führt mich nur auf die Startseite der Homepage. Findest du dort das Produkt wieder?

    Vielen lieben Dank.

    Weiter so,
    Marc

  2. Hallo,

    interessante Tipps. Das Cowboy Schulterstativ war für meinen Einsatzzweck leider etwas zu instabil. Bei kleineren DSLRs mit leichtem Objektiv funktioniert es bestimmt gut. Wenn man aber eine größere DSLR (z. B. 5D mit 24-105mm) mit allen Aufbauten (Mikro, Licht, etc.) hat, dann würde ich eher ein richtiges Schulterstativ mit Gegengewicht empfehlen, besonders wenn man länger dreht. Bei kurzen Drehs verwende ich den TargetShooter von Zacuto.

    Wenn einem alles zu schwer wird, dann kann ich das Manfrotto 561 Einbeinstativ empfehlen. Die Aufnahmen sind nicht stativ wie bei einem Dreibeinstativ und man muss nicht das ganze Gewicht tragen.

    VG
    Josef

    1. Hallo Benjamin,
      ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem Schulterstativ vor allem aus einem Grund: Ich drehe meist alleine und da möchte ich nicht hinter einem riesigen Kameraaufbau verschwinden und am Ende wie ein Kameraroboter aussehen oder mehr Distanz zum Protagonisten als nötig erzeugen.
      ABER: Es gibt natürlich viel professionellere Modelle. Die sicher für manche Leute mehr Sinn machen, je nachdem, was man genau vorhat.
      Das Modell bei Amazon sieht meinem tatsächlich sehr ähnlich. Offenbar ist Cowboy-Studio nur in den USA erhältlich.

      Ich bin etwas skeptisch, wie gut dir diese Modelle passen. Von meinem Freund weiß ich, dass er das Gefühl hatte, der Bildschirm wäre wahnsinnig nah. Vielleicht funktioniert das also besser bei so kleinen Menschen wie mir?
      Das Cowboy-Studio-Modell hat so einen Verlängerungsaufsatz, den ich aber nie benutze, weil es dann wackeliger wäre. Bei dem Link, den du mir geschickt hast, weiß ich nicht, ob der Abstand eventuell etwas größer ist. Ich gebe zu, nach ein paar Stunden drehen tut es schon im Rücken weh. Aber wenn man die Kamera mit der Hand stützen müsste wäre das ja auf die Dauer auch anstrengend.

      Wichtiges Thema ist auch die Stativplatte. Wenn man mit Stativ plus Schulterstativ dreht, muss man ja evtl schnell wechseln. Also auf beidem den gleichen Stativkopf haben. Mein Schulterstativ hat (offenbar im Gegensatz zu deinem Modell) nur ein Schraube. Ich habe zwei solche Dinger, die ich sowohl aufs Schulterstativ als auch aufs normale Stativ schraube, um schnell wechseln zu können: http://amzn.com/B001ASU1QO

      Welche Kamera willst du damit nutzen, eine DSLR? Für einen größeren Camcorder wie die Sony EX1 funktioniert das nicht. Mein Kameraaufbau ist relativ klein und vergleichsweise leicht: 60D + 24-70mm Objektiv + Funkstrecken-Empfänger.

      Ich hoffe, ich konnte ein bisschen bei der Kaufentscheidung helfen!
      Viele Grüße,
      Sandra

      1. Hallo,

        erst mal meinen Glückwunsch zu der sehr informativen Seite, macht weiter so! Der Post ist zwar schon älter aber vielleicht kann ich hier einige Informationen ergänzen, die auch anderen in Zukunft helfen.

        Ich hatte dieses sehr spezielle Schulterstativ schon länger im Visir, war mir aber nicht sicher, ob es wirklich brauchbar ist. Inzwischen gibt es das Teil ja unter verschiedensten Labeln auch in Deutschland. Die Bilder sahen immer sehr nach China-Spielzeug aus. Bei der Suche nach Informationen mit Erfahrungen bin ich dann irgenwie auf diese Seite gekommen. Der sehr positive Kommentar von Sandra hat mich dann dazu bewegt das Stativ einfach mal zu bestellen. Kostet ja nicht die Welt. Leider war ich mit dem Alu-Rig, was ich für deutlich mehr Geld gekauft hatte, recht unzufrieden.

        Nun habe ich sehr spezielle Anforderungen an so ein Stativ, das muss erwähnt werden, aber die haben wir ja irgenwie alle. Ich – eigenlich Fotograf – muss beispielsweise für einige Medien Yachten in voller Fahrt von anderen Booten, gelegentlich auch aus dem Heli, fotografieren und seit einiger Zeit auch filmen. Da wackelt also alles und eigentlich bräuchte man drei bis vier Hände, um alles zu kontrollieren und sich zu stabilisieren.

        Nun kam das „Cowboy-Teil“ hier an und ich bin begeistert, wie toll es passt und wie stabil es die Kamera an der Schulter fixiert – insbesondere mit dem Gurt, der hier nicht erwähnt wurde. Damit ist die Kamera wie an die Schulter geschraubt und man kann sich frei bewegen. Und ich kann sogar mit angelegtem Stativ samt Kamera mit einer weitern DSLR noch Fotos schießen. Das hatte ich mir nicht träumen lassen.

        Ich arbeite im Videobereich allerdings mit Lumix-MFT-Systemen. Die sind sehr leicht, was große Vorteile mit sich bringt. Qualitativ aus meiner Sicht auch ausgezeichnet. Kann ich in Sachen Qualität, Preis, Leistung jedem nur empfehlen mal zu probieren.

        Insgesamt ist das Stativ natürlich kein Qualitäts-Wunder. Eher schon ein China-Plastikteil, was aber in der Funktionalität bei bestimmten Ansprüchen unerreicht ist. Ich kenne jedenfalls nichts, was da irgendwie in die Nähe kommt.

        Bin gespannt, wie lange es hält. Für schwere Kameras (Vollformat-DSLR mit größeren Linsen) scheint es mir eher nicht so geeignet.

        Viele Grüße,

        Dieter

        1. Hallo Dieter,
          Danke für die Ergänzungen!
          Ich habe den Gurt immer ignoriert, weil ich mich damit so eingesperrt fühle und die Kamera auch schnell ablegen will.
          Aber ich kenne einige Kollegen, die ihn auch sehr gerne nutzen.
          Viele Grüße, Sandra

          1. Hallo Sandra,

            danke für das flotte Feedback. Stimmt, der Gurt ist nicht für jede Aufgabe die Ideallösung. Für´s schnelle Ablegen sicher nicht und die Konstruktion hält ja auch durch die Feder, die da eingebaut ist – wird auch in keiner Beschreibung der Anbieter erwähnt – recht gut. Dafür kann man mit angegurteter Kamera auch irgendwo herumklettern, da man beide Hände voll zur Verfügung hat. Immer eine Frage es Einsatzes. Mir ist der Gurt insbesondere mit Jacke auch etwas zu eng, denn er ist zu kurz geschnitten. Ich habe das gelöst, indem ich einen Karabiner in einen der Ringe einkopple, das verlängert das Gesamtsystem und man fühlt sich nicht mehr so eingengt.

            Insgesamt ist das Ding wirklich ein Knaller und ein toller Tipp!

            Schöne Grüße,

            Dieter

  3. Hallo Sandra,

    dein Beitrag ist wirklich eine Fundgrube für Videokameersatzsuchende,

    es geht besonders beim Ton ins Gewicht, meine Frage dazu:

    Wenn bei deinem Fall du den USB-3.5mm Kophörer-Anschluss an die Kamera verbindest und natürlich ein Video aufnimmst egal ob mit Funstrecke oder dem Tonrekorder(externes Micro an der Kamera)-dann sollte man direkt das hören was die Kamera aufnimmt!

    1. Hier kommt bei mir schon der Gedanke, wie verhält sich das MIC-IN-Signal der Funkstrecke(anderes Microsignal) in der Kamera?
    Wenn du direkt an der Kamera „abhörst“ durch den oben genannten USB-Klinke-Adapter, wie reagiert die kamerainterne Steuerung des Audiopegels ?angeblich immer vollautomatisch!
    Also egal wie leise oder laut ein Audiopegel an die Kamera „eingespeist“ wird, man kann nichts an der Lautstärke faden, denn der Pegel ist unkontrollierbar?
    2.oder duch den von dir oben beschreibenen „Softwarehack“ schon?

    3. An dem Funkstreckenempfänger ist meistens ein interner Lautstärkeausgaberegler(im Menü regullierbar) intergriert. Aber nutzt es was wenn die Aufnahmequelle diese geregelte Lautstärke durch Vollautomatik der kamerainternen Soundsteuerung „verfälscht“?

    Danke sehr für dein Einfallsreichtum, der mir besonders durch den USB-Klinke-Adapter neue Möglichkeiten bittet.

    Gruß
    Andrey

    1. Hallo Andrey,
      schön, wenn du hier ein paar hilfreiche Tips gefunden hast.
      Vorweg: Canon stellt sich immer mehr auf Video-Kunden ein. Nun hat die 5D Mark III einen Kopfhöreranschluss, die 6D und die 70D sind auch schon ein bisschen mehr auf DSLR-Filmer eingestellt (visuelle Pegel-Kontrolle während der Aufnahme). Damit verschwinden einige Probleme bei den Nachfolgemodellen, die ich an der 60D habe.
      1. An meiner 60 D kann man den Pegel manuell über das ganz normale Menü steuern. Die Software von Magic Lantern verfeinert die Steuerungsmöglichkeiten noch mehr. Ich kann damit CH1 (internes Mikro der Kamera) und CH2 (externes Mik) getrennt steuern.

      3. Außerdem habe ich das Ausgangssignal der Funkstrecke möglichst hoch gestellt (+12), um in Sprechpausen etc. ein Rauschen zu verhindern.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter!
      Viele Grüße,
      Sandra

  4. Hallo & danke für den informativen Blog. Es macht mir Mut, journalistische Projekte mit der DSLR anzugehen. Nur eine wesentliche Frage bleibt offen: Wie synchronisiert man Ton und Bild in der Post? Es soll da Software-Tools geben, die abseits des NLE den Ton synchron in die Videodaten kopiert. Wie machen Sie das?

    1. Ich nehme den Großteil meines Tons mit der Kamera auf. D.h. die Funkstrecke oder das externe Mikro ist direkt angeschlossen und Synchronisieren entfällt.

      Wenn ich zusätzlich einen externen Rekorder nutze, habe ich den Ton bislang „von Hand“ synchronisiert. Also visuell die Tonspur des Rekorders mit dem des Internen Kameramikros abgeglichen. Und dann Feintuning per Gehör.
      Offengestanden war ich bislang zu faul, nach einer Software zu suchen, weil das Sychronisieren von Hand recht schnell geht.

      1. Vielen Dank für die prompte Antwort. Wenn das mit entsprechender Routine in der Praxis gut funktioniert – umso besser. Immerhin bringt jedes Stück Software auch zusätzlichen Stress auf den Rechner und qualitativ birgt das raus- und reinkopieren mit Sicherheit auch Gefahren. Ich werde zwar dennoch die Augen offenhalten, aber es macht schonmal Mut, daß es auch gut ohne zusätzliche Tools funktioniert!

  5. Ich habe eine NIKON 7000d leider ohne Kopfhöreranschluss! Ich würde mir gerne so ein USB-Kopfhörerkabeldingsbums kaufen aber…das USB Signal ist doch ein digitales Signal? Wie funktioniert denn das, dass hier ein analoges Audiosignal zu hören ist? Ich verstehe das nicht ganz vielleicht bin ich auch zu blöd dazu 🙂

    Danke für ein feed back!

    l.g. JOE

    1. Gute Frage! Ich muss gestehen, ich kann sie dir auch nicht beantworten. Bei meiner Canon funktioniert dieses Kabel nur in Kombination mit der Magic Lantern Software. Ich bezweifle also, dass das Kabel allein bei deiner Nikon funktionieren würde.
      Viele Grüße,
      Sandra

  6. Hallo Sandra,

    Habe euren VJ-Blog gerade erst entdeckt und bin begeistert. DANKE für eure Arbeit & eure Beiträge. Auf deinen Fotos zum Equipment sieht man, dass du eine „Tecpro Fillini“ als Kopfleuchte einsetzt. Kannst du 1-2 Sätze dazu sagen? In welchen Aufnahmesituationen setzt du es ein. Welchen Unterschied macht die Nutzung der LEDs hinsichtlich der Qualität der Aufnahmen aus? Würdest du die Leuchte weiterempfehlen?

    Viele Grüße nach Washington, Benedikt.

    1. Hi Benedikt,
      richtig gesehen! Ich habe diese LED-Leuchte schon ein paar Jahre, deshalb ist es sicher nicht mehr das beste und modernste Gerät.
      Batterie hält ca. 20-30 Minuten – bestimmt gibt es da inzwischen bessere Modelle. Außerdem wäre es schön, die Lichtfarbe (Kunst- oder Tageslicht) nicht über einen Plastikaufsatz zu bestimmen. Es gibt, glaube ich, auch Lampen die über einen Regler viel flexibler verstellbar sind. Außerdem wird diese Lampe ohne Kugelkopffuß geliefert, den musste ich extra dazubestellen. Der Kugelkopf ist extrem wichtig, um das Licht in Richtung deines Interviewpartners zu neigen und ihn gut auszuleuchten.
      Generell macht so ein Kopflicht sehr viel Sinn – wenn man nicht mit großer Ausrüstung und „anständigen“ Lampen reisen kann. Es muss ja nicht immer Nacht sein, sondern es hilft auch bei Tag in geschlossenen Räumen und ungleichmäßigem Licht, den Interviewpartner ordentlich in Szene zu setzen.
      Wobei ich es bei DSLR-Drehs viel seltener als bei Videokamera-Drehs benutze. U.a. auch, weil es auf der kleinen Fotokamera ziemlich unhandlich ist und sie ja eigentlich nur einen Schuh zum befestigen besitzt, der meist schon durch die Funkstrecke besetzt ist.
      Ich hoffe das hilft dir weiter? Also ja, Licht unbedingt. Aber informiere dich mal, ob es nicht noch praktischere Modelle gibt.
      Viele Grüße,
      Sandra

  7. Hey Sandra,

    danke für Deine guten Tipps! Ich habe noch eine Frage bezüglich des Stativs. Ich wollte mit meiner 60D in den Nahen Osten und Mittleren Osten gehen und habe natürlich das gleiche Problem wie alle VJs: Gewicht und Packmaß.
    Das Schulterrig ist fantatisch, aber für mich tut sich nun die Frage auf, ob ein Dreibein oder ein Einbein mit Fuß (MVM500A) von Manfrotto sinnvoller ist. In Sachen selber filmen bin ich noch Anfänger und habe auch ein begrenztes Budget, deswegen kann ich mir nicht beides zulegen. Was hast Du denn für Erfahrungen mit Deinem Stativ gemacht? Kann man das gut bei Reisen mitnehmen oder lässt Du es doch eher zu Hause und drehst mit Deinem Rig? Bin mir unsicher, ob ich ein schweres Dreibein wirklich überall mitnehmen würde und ein Einbein eventuell eine gut funktionierende Alternative ist, da ich nicht alle Geschichten so wie hier durchplanen kann und vieles sich wahrscheinlich spontan ergibt.
    Bei ruhigen Schwenks und Interviews wäre das Dreibein aber sicher besser und ich hätte es für diverse Drehs öfter in Verwendung oder? Fragen über Fragen. Was würdest Du mir für dieses Vorhaben empfehlen?
    Habe auch gesehen, dass Dein Dreibein eine sehr kurze Arbeitshöhe hat (160cm?!). Reicht Dir das für Interviews oder drehst Du alles vom Rig?

    1. Liebe Kathleen,
      ich nehme eigentlich fast immer das richtige Stativ mit, das Einbein nutze ich nur sehr selten, wenn ich viel Laufen muss aber dennoch weiß, dass ich statische Detailaufnahmen mache. Z.B. auf einer Messe. Kann allerdings auch daran liegen, dass ich ein sehr einfaches Einbein (ohne Fuß) habe und es mir deshalb dann doch oft nicht stabil genug ist.
      Probiere doch mal, ob du mit dem Einbein gut Interviews drehen kannst, wenn du alleine unterwegs bist. Ich habe in diesem Video die gesetzten Interviews mit Einbein gedreht und bin ehrlich gesagt nicht so zufrieden: http://spon.de/vgBZ3
      Vielleicht wäre das Bild weniger wackelig gewesen mit einem besseren Einbein? Mit einem zweiten Autor, der die Fragen stellt, wäre es auf jeden Fall ruhiger. Aber gerade wenn du alleine ein langes Interview führst, bei dem du dich nicht ständig mit der Kamera beschäftigen willst, kann ein „echtes“ Stativ sehr sehr hilfreich sein.
      160cm kommt mir doch ein bisschen wenig vor… Habe kurz gegoogelt und hier steht, das Sachtler Ace hat 169cm. Hattest du vielleicht die Höhe der Beine ohne Stativkopf gefunden? Im Alltag hatte ich damit jedenfalls noch nie Höhenprobleme. Bei großen Protagonisten kann mann auch die Stativbeine noch ein bisschen enger stellen und gewinnt damit Höhe. Bei klassischen Pressekonferenz-Situationen (viele Kamerateams, drehen aus der 2. Reihe etc.) kommt das Stativ an seine Höhen-Grenzen. Aber das klingt nicht so, als hättest du vor, zu vielen PKs zu gehen, oder?
      Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen!
      Viele Grüße,
      Sandra

  8. Hallo Sandra,

    vielen Dank für deine vielen hilfreichen Tipps.

    Nun meine Frage an dich, vielleicht kannst du mir dazu ein paar hilfreiche Tipps geben.

    Ich habe mir gerade eine Canon 5Dmark iii zugelegt und bin nun auf der Suche nach dem perfekten Ton. Ich hatte das Sennheiser MKE400 mal zum Test da, war aber wirklich enttäuscht. Es hat sehr gerauscht (bei absoluter Stille im Hinutergrund).

    Separat habe ich noch ein Ansteckmikro „Olympus ME-15“ und dazu mir den Zoom H4N bestellt. Leider noch nicht da. Deswegen kann ich dazu noch nichts sagen, aber wie gesagt nun bin ich auf der Suche nach einem bessererm Mikro als das Sennheiser. Du hast ja in deinem Bericht über das Shure-Mikro gesprochen, allerdings ist es ja auch schon ein älterer Beitrag. Kannst du es noch immer weiterempfehlen oder gibt es dazu wieder Updates?

    Viele Grüße
    Christin

    1. Hallo Christin,
      ich habe das Sennheiser nie ausprobiert, weiß aber das viele Leute das Mikrofon sehr schätzen. Kann es sein, dass das Rauschen an den Einstellungen der Kamera liegt? Die DSLR-Kameras haben keine sonderlich gute Ton-Automatik. Wenn es still ist „zieht“ die Kamera das Signal hoch, es entsteht starkes Rauschen. Manuelle Tonkontrolle sollte das Problem beheben.
      Ich bin weiterhin zufrieden mit dem Shure. Ich habe es allerdings vor allem gekauft, weil es gleichzeitig einen Rekorder hat und ich so Atmo aufnehmen kann, wenn schon eine Funkstrecke den Audioeingang der Kamera belegt. Ich weiß nicht, ob du so eine Aufnahme-Funktion brauchst?
      Viele nutzen auch das Rode Video Mic, ich selbst habe aber keine Erfahrungen damit. Hier werden ein paar Optionen vorgestellt: http://www.bhphotovideo.com/explora/video/hands-reviews/shotgun-microphones-hdslr-cameras
      Ich hoffe, das hilft ein bisschen!
      Viele Grüße,
      Sandra

  9. Vielen Dank, sehr informativ. Eine Frage zum Ton:

    „Außerdem kann man damit die Funkstrecke auf eine Spur und das Kamera-Mikro auf die andere Spur legen“

    So etwas habe ich mir auch schon eine Weile überlegt. Gerade wenn das Umfeld sehr laut ist (Kindergeschrei, Gebrabbel von anderen Leuten) möchte ich gerne meiner Hauptprotagonistin eine klarere Stimme geben.

    Gibt es dabei ein unschönes Echo, weil die Laufzeit für das Funkmicro ein klein wenig länger ist als die vom Kamera-Micro und die Tonspuren leicht zeitversetzt sind? Oder hört man das in der Praxis nicht?

    Schöne Grüße und Danke für den tollen Blog!

  10. Ich finde den Beitrag sehr informativ. Ich muss allerdings sagen, als sehr überzeugter Sony Nutzer, dass bei dem System alles ein bisschen einfacher geht. Auch ohne die Freeware Magic Lantern.

    Liebe Grüße Niclas96

    1. Hallo Niclas, ich habe nicht so viel Erfahrung mit Sony. Aber ja, die haben sich mehr Mühe gegeben, den Video-DSLR-Markt zu erobern. Canon zieht nur sehr langsam nach, demnächst kommt mit der 80D das Nach-Nachfolgemodell der Kamera, die ich in diesem Beitrag beschreibe, auf den Markt. Die soll ein bisschen „Video-freundlicher“ sein.
      Viele Grüße,
      Sandra

  11. Hey Sandra,

    ich finde die EOS 60d super, leider ist der interne Ton zum vergessen… Ich arbeite mit lavaliermikros, aber nach deinem Artikel werde ich mir den ZoomH1 mal genauer anschauen, ist vielleicht für meine Vlogs auch gut, denn da habe ich keine Lust extra mit Kabelmikros zu arbeiten.

    Auf jeden Fall ein sehr informativer Beitrag.

    Grüße,
    Ben

    1. Hallo Ben,
      ein Ansteckmikrofon direkt am Interviewpartner ist natürlich besser als ein Rekorder auf der Kamera, weil es näher dran ist.
      Ich hatte das ZoomH1 vor allem als Zusatzaufnahmegerät, falls „in Aktion“ ein Ansteckmikrofon nicht genug ist (z.B. wenn der Protagonist plötzlich mit anderen Leuten interagiert).
      Viele Grüße,
      Sandra

  12. Hallo
    ich suche eine DSLR oder Spiegelreflexkamera mit der man auch Filme machen kann und die externe 3.5mm Mikrofon Eingänge hat. So wie die Samsung NX1 die es aber scheinbar nicht mehr zu kaufen gibt. Im Bereich 500Euro. Hat mir jemand ein Tipp. vielen Dank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe. Das schützt Webvideoblog vor Spam. Danke! * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.